Abgründe
Nun steh ich hier
und allein von mir
steht der klaffende Grund
und ich komme in den Bund.
Ich, ich armer Tor.
Das Leben war nicht mehr wie zuvor,
Es hat mich betrogen
und ich habe alle belogen.
Ich werd es jetzt beenden
und endlich auf dem Boden enden.
Doch ein Vogel gab mir Hoffnung wieder,
sodass ich mich nicht nieder lasse.
Am Ende wartet schon der Tod.
Plötzliche Entscheidung
Du denkst, es gibt keinen Sinneswandel? Dann hast du halt diese Meinung. Ich kann dir von einem Sinneswandel erzählen, der sich zwar langsam angebahnt hat, aber dann trotzdem sehr spontan war. Es war damals in einer Bank. Nicht auf einer Parkbank, sondern auf einer Bank, die sich mit Geld beschäftigt. Für Geld machen Menschen alles und möchten alles haben. Manchmal brauchst du aber auch Geld, um zu überleben. Die heutige Gesellschaft verlangt nichts anderes. Mit Geld kannst du alle Dienste in Anspruch nehmen. Essen, Trinken und auch ein warmes Zuhause sind beispielsweise solche Dienste und dafür braucht man halt Geld.
Die Bank war groß, anerkannt und jeden Tag gut besucht. Allein um Geld zu holen, brauchte man geschlagene zwanzig Minuten. Die Schlange am Schalter war auch wie immer lang. Ich stellte mich ebenfalls an, denn ich brauchte eine Menge Geld, da mir meine Gläubiger im Nacken hingen. Nach einigen stillen Minuten war ein Mann vor mir an der Reihe, welcher angespannt wirkte. Er trug eine modrige Jeans und eine mit Flecken übersäte Jacke, die er über den Arm geschlagen hatte. Es schien fast so, als ob er an einem schmutzigen Ort, beispielsweise eine Brücke, geschlafen hatte. Auffällig an der Bekleidung des Mannes war das weiße Hemd, welches sauber war. Vielleicht wollte er durch das Hemd Seriosität ausstrahlen. Dies konnte aber nicht passieren, denn seine blasse Haut, die Augenringe und der Bart bewirkten das Gegenteil, denn dadurch sah er eher ungepflegt aus. Er kam an den Schalter und wirkte sehr hoffend. Da ich hinter ihm stand, konnte ich das Gespräch zwischen dem und der Frau am Schalter. Der Mann begann die Konversation, indem er einem „netten“ Ton Geld verlangte. Durch den netten Ton des Mannes angegriffen schaute die Frau am Schalter zornig auf den Monitor und erwiderte in einem schärferen Ton als der Mann anscheinend erwartete, da er einen Schritt zurückmachte. Er habe kein Geld mehr und bekäme auch keines mehr, weil er schon genug Kredite hatte, die er auch nicht zurückzahlen konnte. Der Mann fuhr sich mit einer Hand schnell durch die Haare. Man spürte die Verzweiflung des Mannes. Nach einem kurzen Moment der Ruhe, bei dem er sich scheinbar gefangen hatte, fragte er, wer als Letztes am Konto war. Der Ton in seiner Stimme veränderte sich, vom angespannten in einen ruhigen Ton. Die Frau am Schalter antwortete, immer noch genervt, dass seine Frau die restlichen Ersparnisse abgehoben hatte. Ein weiterer Moment der Stille bahnte sich an. Die Ruhe wurde von einem Geschäftsmann hinter mir unterbrochen, denn er hätte es eilig und schnauzte den Mann an. Er solle sich unter seiner Brücke wieder verkriechen, von welcher er gekommen sei, denn er hätte nichts in der richtigen Welt verloren. Der Mann schnaubte und bewegte sich auf den Geschäftsmann zu. Ich stand dazwischen, was den Mann aber nicht störte. Er stieß mich so zur Seite, dass ich auf den Hintern fiel. Dabei sah ich das Messer, was er aus seiner Jacke zauberte. Ein Stoß mit dem Messer war anscheinend nicht genug. Der Mann schrie den Geschäftsmann an und stach noch fünf Mal zu. Das Blut strömte auf das weiße Hemd des Mannes. Durch die Wunden stöhnte der Geschäftsmann und flehte den Mann auf zuhören. Der Mann lehnte sich über den Geschäftsmann und versetzte ihm den finalen Stoß zwischen die Augen. Alle waren geschockt und konnten sich nicht bewegen. Ich schaute kurz zu der Frau am Schalter, die offenbar einen Alarmknopf drückte.
Als der Mann wieder bei Sinnen war, realisierte er, was er getan hatte und schnitt sich die Kehle durch. Die Polizei traf wenige Minuten später ein. Die Frau bezeichnete den Mann als Spinner und zündete die Zigarette an. Ein Kind fragte ihre Mutter, wann die Leute wieder aufstehen. Im Fernseher sind es ja auch nur Schauspieler, die nicht tot sind. Die Mutter antwortete nicht. Der Sinneswandel kam plötzlich wie ein Sturm. Manche bauen sich nach und nach auf, aber manchmal kommt es schlagartig. Letztendlich werden sich kaum welche an diesen Unfall erinnern außer natürlich den Menschen, die ein Trauma haben. Für diese Person gibt es doch Organisationen, welche den Schmerz nicht beheben können. Die einzigen, die sich an so etwas erfreuen sind die Medien und die Frau, die die Kinder nun für sich hat.
Die ewige Diskussion
Es war früh am Morgen, als der Mann sein Bett verließ. Er studierte in Straßburg Jura, was eine Nebensache war, denn Jura interessierte ihn nicht. Dieses Studium wurde ihm von seinen Eltern aufgezwungen.
Straßburg war und würde in den Augen des Mannes immer ein Ort sein, wo man literarische und philosophische Werke noch Jahrhunderte diskutieren würde. Der junge Mann wartete nur darauf sich wieder mit seinen Freunden zu treffen, um zu diskutieren. Aber erst einmal musste er durch seinen Studientag kommen. Der Weg in die Universität war nicht lang, deshalb ließ sich der Mann besonders viel Zeit beim Ankleiden. Wie viele andere vergötterte er Goethe und auch seine Werke. Der Mann hing an Goethes Lippen. Das Lieblingswerk des Mannes war „Die Leiden des jungen Werthers“. Dementsprechend war er auch gekleidet, um seinem Idol Werther nachzueifern: blauer Mantel, einfache Haartracht und weißes Hemd. Durch seine Gesichtszüge sah er noch mehr wie Werther aus. Manchmal wünschte er sich den Namen Werther, aber er hieß nur Franz. Ein scheußlicher Name, wie er fand. Fertig angezogen und in Gedanken schweifend machte er sich auf zur Universität. Heute war der Fachbereich Philosophie auf dem Tagesplan, obwohl dies nutzlos für sein Jurastudium war. Das war ihm egal, weil er sein Studium interessanter gestalten wollte.
Franz verließ sein Haus und zog die Tür hinter sich zu. Dann machte er sich auf den Weg. Hundert Meter folgte er der Straße bog links ab auf die Hauptstraße, welcher er weitere hundert Meter folgte. Von hier aus sah Franz die Universität und schlenderte gemütlich zu ihr. Das Haus der Uni war groß und wunderschön. Durch die Naturmotive der Verzierungen konnte man in diesem Haus gut lernen. Das sandfarbene Haus war mit Blättern und Wurzeln geschmückt. Franz ging in den Vorlesungsraum. Der Professor kam 15 Minuten vor der Lesung. Er kleidete sich einfach also nicht so wie ein Verehrer Goethes. Franz war enttäuscht. Das Thema der Vorlesung war der Sinn des Lebens, ein Thema, das häufig diskutiert wurde und zu Streitigkeiten führte. Auch wenn der Professor kein Verehrer von Goethe war, konnte Franz bestimmt etwas lernen, was auch der Sinn einer Uni war. Endlich begann die Vorlesung: „Der Sinn. In jeder Tätigkeit gibt es einen Sinn. Wenn man sich beispielsweise etwas zu essen macht, hat es den Sinn seinen Hunger zu stillen. Der Sinn des Lebens ist etwas größer als sich jeden Tag die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Er ist bei jedem Menschen unterschiedlich, hat aber ein großes gemeinsames Ziel. Jeder, der hier heute anwesenden, hat das gleiche Ziel, etwas zu lernen. Dieses Ziel kann man auf unterschiedlichste Weise erreichen. Sei es jahrelang zu studieren und die Professoren gut kennen zu lernen oder das Studium schnell zu beenden. Letztendlich hat jeder von euch den gleichen Zweck: Der Menschheit Wohlstand bringen.“ Franz schluckte. Das war nie und nimmer der Sinn des Lebens. Man muss seine Persönlichkeit entwickeln und seine Gefühlen zeigen und nicht wie der Professor sagte, sich nur mit den rationalen Dingen zu befassen. Wutentbrannt stand Franz auf und ließ seinen Ärger freien Lauf. Es sei unerhört dies zu sagen. Die Gefühle seien wichtiger als alles andere, da diese den Alltag bestimmen. Der Professor sah ihn entsetzt an. Er fing an zu diskutieren: „So etwas Unerhörtes hatte sich noch kein Schüler getraut. Natürlich habe ich Recht, denn meine Aussagen beruhen auf den Erfahrungen des Lebens und ein Grünschnabel wie sie solle mir kein Unrecht unterstellen. Das wichtigste im Leben ist, dass der einzelne etwas für die Gemeinschaft tut. Zum Beispiel forschen, was ich hier mache. Hinter allen Sachen gibt es einen Zweck und diesen Zweck müssen sie erfüllen“ Die Diskussion ging noch Stunden über Vorlesung hinaus. Sie ging vom hundertsten ins tausendste, vom Gottesbild zur Natur. Keiner der beiden ging auf den anderen ein. Sie hielten an ihren Überzeugungen fest. Irgendwann waren Worte nicht mehr genug. Der Professor versuchte Franz wach zu rütteln und den Sinn endlich sehen, doch es führte zu keinem erfolgreichem Ergebnis. Um sich loszureißen schlug Franz den Professor nieder. Die Demütigung aus der Vorlesung hatte Franz nicht vergessen: Grünschnabel. Dieses Wort war so herablassend. Franz verstand mehr von dem Sinn des Lebens als der Professor. Er diskutierte oft mit seinen gleichgesinnten Kollegen. Deswegen war „Grünschnabel“ eine echte Beleidigung. Wütend und unter Tränen trampelte er weiter auf den Professor ein. Er sollte Franzs Ansicht verstehen und übernehmen. Der Boden des Vorlesungsraumes färbte sich rot. Franz hatte den Professor ermordet. Erschrocken von seiner Tat rannte er weg und verließ die Stadt. Seitdem wurde Franz nicht mehr in Straßburg gesehen.
Moral: Man sollte immer den Argumenten der anderen Partei Gehör schenken und bevor man antwortet über die Dinge nachdenken, die die andere Partei meinte. Jeder hat eine andere Meinung. Deswegen sollte man immer auf den anderen eingehen, bevor man handelt, denn sonst kann es böse enden.
Der Vogel
Ein Vogel sitzt auf einem Baum
in der freien Natur
Ich weiß, man glaubt es kaum,
doch hier steht jede Uhr.
Wenn die Uhr nun weiter geht,
kommt das Monster Mensch
und die natur langsam vergeht
unter der Industire der Gesellschaft.
Der Mensch baut immer heiter weiter
Gebäude in die Landschaft
wo er mit Leidenschaft kein Leiden schaft
meint er jedenfalls!
Der Vogel ist nun tot,
liegt nun am Baum begraben
und die Menschen sich wieder in die Natur begaben
um noch mehr zu zerstören.
Ein Traum, den jeder träumt
„23.März.
Liebes Tagebuch!
Ich bin endlich in Amerika angekommen. Die Schiffsreise war anstrengend und nervig, aber vor allem klein. Man könnte die Kajüte mit zwei Leuten füllen, zum Glück war ich allein. Diese Schiffsfahrt war nur noch ein Härtetest, damit ich auch bereit bin für die schönen Seiten des Lebens. Amerika wird immer als die Ikone für Freiheit dargestellt. Ich hoffe, dass dies auch bei mir eintritt. „from rags to riches“, vom Tellerwäscher zum Millionär wäre ein immenser Karrierefortschritt. Ich hatte keinen Schulabschluss, da ich von meinem Vater mit Schlägen genötigt wurde, ihm zu helfen. Zum Glück bin ich jetzt Erwachsen und kann meinen eigenen Weg entscheiden. Der Weg führt mich nach Amerika, wo ich schnell Geld verdienen werde. Damit verabschiede ich mich wieder liebes Tagebuch.
Gruß Max“
„24. März.
Liebes Tagebuch!
Amerika oder auch die USA ist wunderschön. Noch nie habe ich so eine atemberaubende Umgebung gesehen. Ich wuchs auf dem Land auf und konnte somit nie die stark besiedelten Orte sehen. Mein Vater ist zwar immer in die Stadt gefahren, nahm ich aber nie mit. Ich durfte nicht einmal fragen, ob ich mitkommen darf. Sonst wurde ich wieder geschlagen. Diese Erinnerungen schmerzen heute noch. Der Anblick dieser wunderschönen Städte lässt mich jeden Trost vergessen. Damit verabschiede ich mich wieder liebes Tagebuch.
Gruß Max“
„1. April
Liebes Tagebuch!
Die Jobsuche in den USA gestaltet sich schwieriger als erwartet. Es sind viele einfache Jobs besetzt. Ohne einen Abschluss kommt man in Amerika nicht weit. Ich sollte mir überlegen, den Abschluss nachzuholen, aber überhaupt über Wasser zu bleiben, ist schon schwer genug. Letztens wurde ich aus meiner Wohnung geschmissen, da ich kein Geld mehr für die Miete hatte. Jetzt lebe ich bei der alten Oma von nebenan, die sehr freundlich ist. Anscheinend braucht sie nur jemanden, der ihr Gesellschaft leistet. Wenn ich im Gegenzug eine warme Unterkunft und Essen bekomme, ist das auch in Ordnung. Das Haus, von dem ich sprach, liegt übrigens im tiefsten Slum von New York. Man muss jederzeit damit rechnen, dass man von hinten abgestochen wird. Eine unheimliche Gegend, die aber nicht so teuer ist, damit ist es der „ideale Ort“ für mich. Das wichtigste ist erst mal, dass ich eine Unterkunft und einen Job finde. Ich möchte der alten Lady ja nicht ewig zur Last fallen.
Gruß Max“
„15. April
Liebes Tagebuch!
Ich bin wieder ohne Wohnung, da die alte Lady jetzt Tod ist. Als ich ein Bewerbungsgespräch hatte, fiel sie die Treppe herunter und brach sich die Wirbelsäule. Schlecht für uns beide, denn ich habe jetzt keine Wohnung mehr, da ich immer noch kein Geld habe und kann somit auch keine Beerdigung bezahlen. Sie wurde jetzt in die städtische Pathologie überstellt bis ein Verwandter die Beerdigung veranlasst. Da ich aus sicherer Quelle weiß, dass alle Verwandten Tod sind, muss ich das übernehmen. Die Jobsuche wird darunter wieder leiden. Ich hatte ja schon gesagt, dass ich ein Bewerbungsgespräch hatte. Es ist am Anfang gut gelaufen, aber dann fragten sie nach meinem Schulabschluss und sie warfen mich ohne zu zögern raus. Ich muss mir jetzt einfach Prioritäten setzen. Job finden, Beerdigung bezahlen, Wohnung finden und den amerikanischen Traum leben.
Gruß Max“
„30 April
Liebes Tagebuch!
Dies wird wohl mein letzter Eintrag in dir. Ich habe seit circa zwei Wochen kein zuhause und kein zu essen. Ich bin am Verhungern und kann mich nur mit Betteln etwas leisten. Die Beerdigung kann ich immer noch nicht bezahlen, da ich keinerlei Bewerbungsgespräche mehr hatte. Wenn ich hier so beim Verhungern nachdenke, wie ich hergekommen bin, hasse ich meine Entscheidung nach Amerika zu kommen. Der amerikanische Traum war so verlockend. Jeder kann alles erreichen. In Wirklichkeit stimmt das nicht. Du kannst als Kind noch alles erreichen, weil du dir die Konditionen beschaffst, den amerikanischen Traum zu leben. Als Erwachsener hast du dort wenige Chancen. Wenn du nicht den besten Abschluss besitzt hast du schon verloren. Dies ist mir aber erst kurz vor meinem Ableben bewusst geworden: Ein Traum, der jeder träumt ist nicht mehr als ein Glückspiel. Ob du richtig stehst oder nicht sagt dir jetzt das Licht. Ich habe verloren und alles aus meiner alten Heimat verlassen. Zurückkehren kann ich nicht mehr, dafür ist es jetzt zu spät. Morgen werde ich von der Brücke springen, da ich mein Leben selbst beenden möchte.
Gruß Max“
Max überlebte den Sprung in die Tiefen und wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Durch seine schweren Verletzungen war er querschnittsgelähmt und sagte immer nur „Lüge!“ und so endet für Max der amerikanische Traum.
Die Dunkelheit
Die Müdigkeit verschwand. Ich hatte ausgeschlafen, wie jeden anderen Tag auch. Als ich meine Augen öffnete, hatte ich nichts gesehen. Es war sehr dunkel. Ich dachte, dass ich das Licht an machen sollte, aber ich suchte vergeblich nach einem Lichtschalter. Nachdem ich die Suche nach dem Lichtschalter aufgab, suchte ich irgendeine Spur von Licht. Die Zeit verging schnell, dachte ich zumindest. Ich wusste es nicht, aber allein die Vorstellung aus dieser Dunkelheit herauszukommen, ließ mich fantasieren. Nach einiger Zeit fand ich ein Licht. Es war sehr klein und schwach. Ich ging zu dem kleinen Licht und versuchte es zu erreichen. Da ich Gegenstände erwartete, fuchtelte ich mit meinen Armen hin und her. „Das muss sehr bescheuert aussehen. Zum Glück gibt es die Dunkelheit.“, sagte ich zu mir. Die Worte hallten nicht, sie wurden von irgendeinem Lebewesen verschluckt. Da dieses Lebewesen nicht antwortete, hatte ich Angst bekommen. Sich in der dunkelsten Dunkelheit zu verteidigen wird schwer werden. Das Licht kam immer näher und ich erkannte ein Möbelstück. Es war nur ein Schreibtisch und ein Blatt Papier, inklusive eines Stiftes.
Ich ging zu dem Tisch und setzte mich auf einen Stuhl, welcher aus dem nichts auftauchte. „Was mache ich jetzt mit diesem Papier?“ war meine große Frage. Käsekästchen vertrieben mir die Zeit. Natürlich versuchte ich meinen Erzfeind, also mich selbst, zu schlagen. Als ich den ersten Strich machen wollte, blieb das Papier weiß. Ich versuchte es mehrmals. Kein Erfolg. Wütend schmiss ich den Stift auf den Schreibtisch und verließ ihn. Ich ging vom Schreibtisch weg. Das Licht entfernte sich und die Dunkelheit verschlang mich. Nach drei oder vier Stunden sah ich wieder die dunkle Leere. Ich schloss die Augen und versuchte zu schlafen. Einige Zeit später bin ich wieder aufgewacht. Das Licht, der Schreibtisch, der unbeschreibbarer Zettel und der Stift, welcher nicht mehr schreibt, waren wieder da. Heute oder Jetzt war etwas anders. Der Zettel war beschrieben, eine Art Test. Da ich Langeweile hatte, machte ich den Test. 1. Frage: Wann wurde Friedrich der Zweite geboren? A: 24. Januar 1712, B: 24.Dezember 1713, C: 17.Juni 1809 oder D: 3 März 1712.
Ich hatte keine Ahnung und kreuzte irgendetwas an. D war plausibel. Ich habe erwartet, dass der Stift nicht schreibt, wie das letzte Mal. Dieses Mal schrieb er. Verwunderlich, aber in Ordnung. Ich kreuzte D an. Plötzlich spürte ich einen starken drückenden Schmerz im Rücken. Man konnte ihn wie ein Stechen darstellen. Der Schmerz wurde immer schlimmer. Ich wollte aufstehen, aber ich konnte nicht. Eine Art Stachel hielt mich fest. Ich drehte mich um und erschrak. Eine riesige Hornissen-Mensch Kreuzung stach mir den Stachel in den Rücken mit der Begründung FALSCHE ANTWORT. Der Schmerz wurde immer unerträglicher. Ich schrie und schreckte plötzlich aus meinem Bett auf. Ich hatte das alles nur geträumt. Mit einem Seufzer stand ich auf, denn ich musste zur Schule. Ich hatte Kopfschmerzen und musste zu Geschichte. Der Unterricht begann mit der mündlichen Leitungskontrolle. Natürlich wurde ich genommen. Die erste Frage: Wann wurde Friedrich der Zweite geboren? Ich bemerkte den Schmerz wieder aus dem Traum. Er wurde zu stark und ich fiel in Ohnmacht.
Wie zu erwarten?
“Werte Herr und Frau Geschworenen. Wir treffen uns heute, um über das Schicksal von Herrn Kohl zu debattieren. Herr Kohl hat sich in der Nacht des 17. auf den 18. Dezember an der Frau Ka. vergriffen. Er hat sie mit einem Schäler bedroht und hat sie zum Mix gezwungen. Vorstrafen hat Herr Kohl nicht. Das Gericht hat schon alle Zeugen vernommen, die für den Mandanten ausgesagt haben. Es fehlt nur noch ein Urteil von ihnen, geschätzte Herr und Frau Geschworenen…. Im Sinne der Geschworenen ist Herr Kohl für schuldig erklärt werden. Ihm wird nun seine Strafe gezeigt, Er wird in 2 Tagen in den Topf gesetzt und zum Tode verurteilt werden. Danach liegt er im Magen.”
Ich wusste, es würde mit dem Magen enden. Wenigstens wurde ich schnell von meinem Leid erlöst. Als ich ein kleiner Kopf war, wurde ich immer von den Anderen gehänselt. Ich war schon immer recht klein und dicklich. Die Anderen wählten mich immer als letztes im Sport oder verspotteten mich wegen meiner Größe. Es war klar, dass diese negativen Einflüsse sich in mir sammelten. Auf der Universität ging es so weiter. Die meisten der Anderen hatten schon eine feste Beziehung. Ich war nicht mal in der Nähe einer Beziehung. Mir gefielen viele Mädchen, doch Die Eine suchte ich vergebens. Irgendwann war es dann soweit, ich fand die Liebe meines Lebens, doch ich war nicht ihrere. Sie hat mich verlassen. Das hat mir mein doch schon klaffendes Herz entzweigebrochen. Ich wusste nicht mehr weiter und wollte schon früher als geplant in den Magen. Meine Angst hielt mich im Garten. Also beschloss ich zu jemandem zu gehen, der mich verstand. Ich ging zu Frau Ka, um meine Gefühle jemanden mitzuteilen. Frau Ka war eigentlich eine Köchin. Köchinnen wurden Für Mix bezahlt oder dass man mit ihnen Salat machen kann. Frau Ka. nervte es anscheinend, dass ich nur jemanden zum Reden suchte. Sie schob mir eines Tages einen Schäler unter. Als Frau Ka. dies getan hatte, schickte sie mich raus. Ich weigerte mich, somit war die Falle zugeschnappt und nun sitzt ich zwischen Mördern und Zuschnellfahrerern. Tolles Disaster.
Die Erlösung
Ein Nachmittag, wie man sich ihn vorstellte, keine einzige Wolke am Himmel und die Sonne strahlte. Jonas, mein jüngster Sohn spielte draußen mit seinen Freunden fangen. Er hat noch einen Bruder, Daniel, der seine Zeit lieber im Haus verbrachte. Ich hatte ihn schon seit 2 Tagen nicht mehr gesehen. Da ich immer sehr beschäftigt bin in meinem Beruf als internationaler Vertreiber von Aktien, hatte kaum Zeit mit meiner Familie verbracht, das wurde mir auch schon von Mary, meiner Frau, vorgeworfen. Nach diesem anstrengenden Vormittag ging ich nach Haus und setzte mich auf meine ach so geliebte Couch aus den 70er. Ein Restaurator hat mir dieses Geschenk gegeben. Mit ihren roten Leder und dem Diner-Design liebte ich diese Couch mehr als die Frisur meiner Mutter. Ich wollte gerade den Fernseher anschalten, als mir der Briefumschlag auffiel. Der edel aussehende Umschlag war mit keiner Anschrift oder mit einem Absendernamen versehen. Es stand nur „ Für meine Familie“ auf dem Umschlag. Ich öffnete den Brief und las ihn. Meine gute Laune änderte sich in ein Erschüttern:
„Liebe Familie,
Ich möchte euch vor meinem Abdanken mit diesem Brief lebe wohl sagen. Die Gründe werde ich euch nennen, auch wenn ihr sie sowieso nicht versteht. Schule, Freunde, Liebe und Familie setzen meinem Leben ein Ende. Durch den Stress, den ich letzter Zeit hatte, ist mir der Kopf geplatzt. Die Schule meint uns ein Jahr wegzunehmen und den Stoff für 13 Jahre in 12 zu packen. Das halten meine Nerven einfach nicht mehr aus. Ich hatte schon genug Probleme in der Schule, da aber jetzt alle Lehrer alles gleichzeitig wollen, schaffe ich das einfach nicht mehr. Das geht so nicht. Der Staat will uns zu perfekten Arbeitern machen und zerstört damit unsere Jugendzeit. Der Stress hat schon viele Menschen in den Tod gestürzt, wie meine Wenigkeit.
Meine Freunde und meine Freundin haben mich verraten und im Stich gelassen, weil ich mich der Schule statt der Freundschaft gewidmet habe. Sie sagten ich sei nur noch zum Arbeiten da. Das tolle ist, dass mir das nur meine Freunde gesagt haben. Meine Freundin hat sich einfach einen neuen gekrallt. Vor zwei Wochen wollte sie mich nicht verlieren und dann so etwas. Ich kann mich nicht mal meiner Freundin öffnen. Somit muss ich alles alleine ertrage.
Das Beste an dieser wundervollen Qual, die sich mein Leben nennt, ihr habt davon nichts mitbekommen. Ich war immer allein, niemand kam zu mir hoch und wollte mir zuhören oder helfen. Bei so einer Leere macht man sich Gedanken. Ich habe viele Gedichte geschrieben, die euch bestimmt nicht gefallen, wie alles, was ich mache. Mein Vater ist nie zuhause, weil sein Beruf wichtiger ist. Er hat mir nie geholfen, selbst wenn ich ihn gebraucht habe. Mutter hat versucht die Rolle des Vaters zu übernehmen, aber es ging einfach schief, denn sie hat keine Ahnung von meinen Problemen. Da ich letztens das Tagebuch von Vater gefunden habe, habe ich gesehen, dass ein guter Vater seinem Sohn hilft, so wie Großvater. Ich hätte mich an ihn gewandt, wenn er nicht gestorben wäre.
Ich denke, ihr lest das erst 2 Tage nach meinem Abdanken, da ihr nie nach mir schaut. Meine Beerdigung soll auf dem Friedhof meines Großvaters sein, denn er war der einzige Mensch, der mich je verstanden hatte.
Daniel“
Ich realisierte nicht es sofort, denn das war das wenigste, was erwartete. Der erste Moment war eher eine Art des Zweifelns. Daniel war schon immer ein Weichei und wird es auch immer bleiben. Nach einiger Zeit kam mir in den Sinn in sein Zimmer zu gehen. Als ich die Tür öffnete, war mein Atem ruhig. Alles, was ich sah war das ordentliche Zimmer meines Sohnes. Ich wollte ihn gerade rufen, als ich Daniel in seinem Bett liegen sah. Er schaute so friedlich und erlöst. Ich zog langsam die Bettdecke von seinem Körper. Sein weißes Bettlaken, was er jeden Tag wechselte, war blutrot. Das Blut war nicht mehr frisch, denn das Bettlaken war steinhart. Daniels Körper war mit Wunden übersäht, er hatte sich mit dem Messer, was er sich aus der Küche geholt hat, verletzt. In seiner rechten Hand war das Messer. Ich nahm es auf, um es zu reinigen, da tauchte noch ein Zettel in Daniels Hand auf. Ich hob ihn auf und las ihn. Es war eine Stelle meines Tagebuches. Ein Gefühl der Trauer überkam mich. Plötzlich klingelte das Telefon. Ich nahm den Hörer ab. Es war ein Geschäftspartner, der mit mir Golfen wollte. Ich sagte zu, legte auf und reinigte das Messer in der Küche. Seitdem war kein Mensch mehr in diesem Zimmer.
Die Sonate der Kunst
„Noch drei Minuten, dann beginnt die Show. Der erste Kandidat soll sich bereit machen.“ Andreas, der erste Kandidat, schluckte. Er hatte 3 Monate nur dafür geprobt. Er war Konzertpianist und trat nun auf einen der größten Wettbewerbe unserer Zeit gegen die Elite an. Gebürtig kam Andreas aus den USA, lebte aber schon seit 12 Jahren in Deutschland. Dort hat er auch die Liebe zum Klavier für sich entdeckt. Die erste Begegnung mit einem Piano war auf der Geburtstagsfeier seiner zukünftigen Frau. Die Party war in einer Ausgelassenen Stimmung, als er von einem Klavierlehrer zum Instrument gedrungen wurde. Frank, der Klavierlehrer, zeigte ihm ein paar einfache Stücke und gab ihm ein paar Anfängertipps. Plötzlich, als er die ersten Töne Stümperhaft spielte, verdunkelte sich der Raum und alle außer Frank und er selbst wurden von der Dunkelheit verschlungen. Es entstanden Nebelschwaden und sie kreisten blau gefärbt um das Piano. Andreas bekam ein ungutes Gefühl und machte eine Pause, wurde aber von Frank, der ihn fasziniert anstarrte, getrieben, weiterzuspielen. Andreas ging weiter darauf ein und ließ sich auf das Klavier weiter ein. Aus den blauen Nebelschwaden entstand ein Gebilde, was von seiner Schönheit kaum zu beschreiben war. Dies war Andreas erste Begegnung mit dem Piano. Seitdem hatte er viel gearbeitet, ist besser geworden und hatte an sehr vielen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen. Dieser Wettbewerb war aber schon etwas Besonderes, denn dies war ein Kampf der Elite, der Titanen, möchte man fast sagen. Der klare Favorit war Andreas. Sein Können und seine Leidenschaft verzauberten einfach jeden. Doch heute war irgendetwas anders. Normalerweise ging er auf die Bühne, spielte kurz und ging und viel Zeit zu vergeuden wieder ab. Er war von sehr schüchterner Natur und versteckte es aber auch nicht. Andreas ging ständig panisch auf und ab. Er spürte Nervosität in seinen Adern, sein ganzer Körper brodelte, zitterte und bebte panisch.
Nach der dritten Aufforderung, bewegte sich Andreas zitternd auf die Bühne. Ein Scheinwerfer erfasste den mit angsterfülltem Mann und bewegte sich mit ihm, als er zum Klavier ging. Andreas setzte sich nun ans Klavier. Die Angst trat aus ihm heraus wie ein strömender reißender Fluss, der ihn nicht zur Konzentration brachte. Er versuchte durch ruhiges Atmen dem Fluss zu entkommen. Die Finger seines durchnässten Körpers konnten es nicht mehr abwarten und fingen an zu spielen. Der Raum verdunkelte sich und die Nebelschwaden erschienen abermals, jedoch in einer rötlichen Farbe, als er begann zu spielen. Das Publikum bemerkte die Nebelschwaden nicht und sah nur Andreas angewidert an. Aus dem Flügel hervor gekrochen kam eine seltsame und dickliche Gestalt. Sie bestand nur aus purpurnem Licht. Sie war klein und lief gekrümmt um den Flügel. Ihr Gesicht war mit Warzen übersät, ihre Zähne krumm und auch eine wenige fehlten. Durch ihre schrille Stimme fühlte es sich so an, als ob die Ohren bluten. Das Publikum war entsetzt und boote Andreas aus. Weil Andreas die negativen Rufe nicht ertragen konnte, hörte er auf zu spielen. Der Nebel verschwand und die purpurn leuchtende Frau verwandelte sich in viele, über dem Publikum fliegende Raben, die mit ihrem Krächzen das Publikum weiter nervten.
In seiner Ehre verletzt, verließ Andreas den Wettbewerb. Er hasste diese Wettbewerbe und ließ seine Leidenschaft für das Klavier spielen ruhen. Er wollte dies eigentlich auch sein lassen, bis er einen kleinen Jungen hörte. Andreas wurde ein Lehrer für Mathe an einem Gymnasium in seiner Heimatstadt. Eines Abends wollte er geradewegs nach Hause gehen und ging glücklicherweise an dem Musikraum vorbei. Jake, ein Junge von fünfzehn Jahren, spielte die Sonate, die Andreas zuvor beim Wettbewerb spielte. Bei Jake entstanden ganze Landschaften, als er auf dem Klavier spielte. Überwältigt beschloss Andreas ihn seine Leidenschaft zu zeigen. Er brachte Jake zu dem Wettbewerb, wo er damals scheiterte. Jake spielte die Sonate der Kunst in Perfektion und gewann schließlich den Wettbewerb. Jakes Landschaft und Andreas Frau verbanden sich und wurden ein wunderschönes Gemälde. So endete die Sonate…
Die Schatten
Die Nacht bricht langsam ein
Alle Tiere werden still und klein
Die Schatten bauen sich auf
und alles nimmt seinen Lauf
ohne sie.
Einst stand eine kleine Blume auf der wiese
doch dann kam ein hässlicher Riese
und packte sie in einem Topf.
Sie dachte, sie verliert ihren Kopf,
doch dem war nicht so.
Die Schatten kamen über das Feld,
wär sie da, wär sie gequält worden
und somit wäre sie gestorben,
versunken und verdorben
in Negativen Gedanken.
Dafür möchte sie jeden Tag Danken,
dass es nicht so endete